Deutscher Gewerkschaftsbund

15.10.2018

DGB Markgräflerland: Genügend und bezahlbarer Wohnraum – aber wie?

wohnen

Auf dem Bild zu sehen von links nach rechts:
Udo Grotz (Moderation, DGB KV Markgräflerland), Hermann Assies (AGJ Wohnungslosenhilfe Müßllheim), Helma Haselberger (Mietshäusersyndikat Freiburg), Claudia Mönig (Vorsitzende DGB KV Markgräflerland),
Martin Löffler (Bürgermeister Heitersheim), Klaus Schulte (Familienheim Müllheim)
Steinebrunner DGB

Genügend und bezahlbarer Wohnraum – aber wie?

Dieser Frage stellten sich auf einem Diskussionsabend am 10. Oktober

-  Hermann Assies, AGJ Wohnungslosenhilfe Müllheim

-  Helma Haselberger, Mietshäusersyndikat Freiburg

-  Martin Löffler, Bürgermeister Heitersheim

-  Klaus Schulte, Familienheim Müllheim

im Bürgerhaus Müllheim. Löffler war kurzfristig für die terminlich verhinderte Astrid Siemes-Knoblich, Bürgermeisterin Müllheim, eingesprungen.

Nicht nur für Moderator Udo Grotz vom Kreisverband gehört Wohnen neben Nahrung, Kleidung, Arbeit und Bildung zu den Menschenrechten. Und wie angespannt die Lage auf dem Wohnungsmarkt im herbstlich beschaulichen Markgräflerland ebenfalls ist, verdeutlichten die Diskutanten allesamt. Ebenso die mehr als 50 Besucher der Veranstaltung.

„Den Druck auf dem Freiburger Wohnungsmarkt bekommen auch wir in Heitersheim zu spüren“, betonte Löffler. Das Konzept seiner Stadt:

Neue Baugebiete nur aus Eigentum der Stadt, klare Vergabekriterien, Verpflichtung zu familienwirksamen Bauen, Verhinderung von Spekulationen, klare Ausrichtung auf genossenschaftlichen Wohnungsbau.
Vor Jahren setzten er und seine Verwaltung dieses Konzept – anfangs gegen etliche Widerstände – durch. „Jetzt sehen wir die Erfolge, was deutlich zeigt, dass Kommunen einiges bewegen können“.

Klaus Schulte sieht beim Thema Wohnen ein deutliches Staatsversagen. „Der Kampf um Wohnraum ist tagtägliche Realität“. Er plädiert für den Abbau der kalten Progression und sieht eine enorme Überregulierung, die das Bauen teuer macht. „Bezahlbares Bauland ist endlich, deshalb müssen dort, wo es möglich ist, bestehende Wohngebiete verdichtet werden“. Er fordert für jedes neue Baugebiet Festplätze für Mietwohnungen und setzt sich für alters- und sozialgemischtes Wohnen ein.

Das es auch anders geht, zeigt das Mietshäusersyndikat, das in den 1980er-Jahren in Freiburg gegründet wurde und inzwischen bundesweit auftritt. Statt dem Genossenschaftsmodell liegt dem Mietshäusersyndikat eine GmbH-Idee zugrunde – mit zwei Gesellschaftern. Dem nahezu autonom entscheidenden Hausverein des jeweiligen Projektes und dem Syndikat selbst als zweitem Gesellschafter. Damit wird der Verkauf bestehender Projekte verhindert, so Helma Haselberger bei der Vorstellung der Syndikats-Idee.

Hermann Assies erläuterte, dass die Sozialverbände schon seit Jahrzehnten auf die Versäumnisse hingewiesen hätten. „Unterm Strich ist das ein strukturelles Versagen, das sich durch die Flüchtlingssituation ab 2015/16 deutlich verschärfte, aber schon lange davor bestand!“. Für ihn ist wichtig, dass sich Verbände und Kommunen viel stärker miteinander vernetzen. Er plädiert für eine soziale Wohnraumagentur, um insbesondere den Bedürfnissen von Wohnungslosen gerecht werden zu können.

Lesen Sie hier die Berichterstattung von:

Badische Zeitung, Müllheim
http://www.badische-zeitung.de/muellheim/rendite-soll-nicht-alleine-oben-stehen

Oberbadische Zeitung, Müllheim
https://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.muellheim-nicht-nur-fuer-die-miete-arbeiten.eebbdfb8-6406-4e48-a677-fb006650ff72.html

 

 

 


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