Deutscher Gewerkschaftsbund

26.04.2017

DGB-Kreisverband Schwarzwald-Baar: IG Metall Villingen-Schwenningen und DGB-Kreisverband machen Druck auf Parteien

Rente

DGB

„Mehr Rente – mehr Zukunft“

IG Metall Villingen-Schwenningen und DGB Kreisverband Schwarzwald-Baar machen Druck auf Parteien

Mit einer großen Rentenkonferenz in der Neuen Tonhalle in Villingen hat die IG Metall Villingen-Schwenningen gemeinsam mit dem DGB-Kreisverband Schwarzwald-Baar den Druck auf die Parteien erhöht. „Rentenpolitik ist keine Seniorenpolitik“ lautete das Eingangsstatement von Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und gab damit gleich die Richtung für die Debatte vor. „Das Thema Rente geht alle Menschen etwas an und nicht nur die Älteren!“ Die Gewerkschaften fordern, dass sie die Erhöhung des Rentenniveaus zum Top-Thema im Bundestagswahlkampf machen. „Nicht nur 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner von heute brauchen eine auskömmliche Altersversorgung. Die 40 Millionen Erwerbstätigen und die jüngeren Generationen haben einen Anspruch darauf, dass der Raubbau an der Rente endlich aufhört“ so Urban weiter!

Gut 100 Interessierte verfolgten gespannt die Diskussion mit den Bundestagsparteien, vertreten wurden diese durch: Jens Löw SPD, Stefan Dreher DIE LINKE, Volker Goertz Bündnis 90/Die Grünen sowie Mathias Schleicher CDU.

Nach Angaben der IG Metall sinkt das Rentenniveau, der Gesetzeslage zufolge, im Jahr 2030 bis auf 43 Prozent des durchschnittlichen Einkommens. Es würde damit 20 Prozent niedriger liegen als noch für die Rentnerinnen und Rentner im Jahr 2000. Für einen Muster-Rentner mit 45 Jahren Durchschnittsverdienst bedeute das in heutigen Werten einen rechnerischen Verlust von monatlich 290 Euro. „Dazu werden Frauen in der Erwerbsbiographie oft durch weniger Versicherungsjahre und Versicherungsbeiträge diskriminiert. Die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Familienarbeit muss auch von der Gesamtgesellschaft finanziert werden und darf nicht zu Armutsrenten bei Frauen führen“ so Anja Lüders vom DGB Südbaden. Deshalb fordern die Gewerkschaften eine Rente nach Mindesteinkommen, das kleinere Teilzeiteinkommen gerade von Frauen mit einem Mindesteinkommen für die Rente berücksichtigt führte Anja Lüders aus, die zusammen mit Thomas Bleile die Veranstaltung moderierte.

Mit ihrem Rentenkonzept fordern die Gewerkschaften von der Politik eine Erhöhung des Rentenniveaus und einen Strategiewechsel bei der Finanzierung des Rentensystems. Thomas Bleile Erster Bevollmächtigter der IG Metall Villingen-Schwenningen: „Statt Beschäftigte einseitig in teils unbezahlbare Privatversicherungen zu zwingen, brauchen wir wieder ein zuverlässiges Rentensystem. Die Unternehmen müssen wieder ihren gerechten Anteil an den Kosten der Alterssicherung übernehmen.“ Das IG Metall-Konzept wie auch das Rentenkonzept des DGB sieht zudem eine Erwerbstätigenversicherung vor: In diese sollen auch Selbstständige, Beamte und Parlamentarier einzahlen.

Überraschende Einigkeit über alle Parteien hinweg gab es zur Frage der Rentenabschläge bei Erwerbsminderungsrente, „die müssen weg“, selbst die CDU könnte sich dies vorstellen!

Bilder der Konferenz unter:
http://www.villingen-schwenningen.igm.de/news/meldung.html?id=81831

Das IG Metall-Rentenkonzept:
http://www.mehr-rente-mehr-zukunft.de

Das DGB Rentenkonzept:
http://www.rente-muss-reichen.de

 


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