Deutscher Gewerkschaftsbund

22.03.2017

DGB Tuttlingen: Regionsbesuch des neuen DGB-Landesvorsitzenden Martin Kunzmann

Kunzmann

Menger DGB

Der neu gewählte Landesvorsitzende des DGB Baden-Württemberg Martin Kunzmann und seine Stellvertreterin Gabriele Frenzer-Wolf machten sich vor Ort ein Bild über die Arbeit des DGB in Tuttlingen. Dazu gehörte u.a. ein Besuch der Kreisklinik Tuttlingen und das Gespräch mit dem dortigen Betriebsrat. Bei einem Rundgang durch das Klinikum kamen die personellen Probleme zur Sprache. So antwortete eine Bereichsleiterin auf die Frage, was sie sich am meisten auf ihrer Station wünsche: „Dass alle Mitarbeiter gesund sind.“ Der Personalmangel durch krankheitsbedingte Ausfälle stellt alle Beschäftigten vor große Herausforderungen. So arbeiten viele von ihnen am Limit, weil sie regelmäßig in Freischichten eingesetzt werden müssen und Schichtverschiebungen der Regelfall sind. Die Folgen sind Fluktuation im Pflegbereich in Krankenhäuser in der Schweiz oder in die medizintechnische Industrie. Um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können, bietet das Klinikum eine eigene Krippe und vom nächsten Jahr an auch einen Kindergarten an. Beklagt wurden vom Betriebsrat zudem die immer geringere Wertschätzung des Pflegeberufs und zunehmende Übergriffe durch Patienten auf das Pflegepersonal.

Martin Kunzmann machte deutlich, dass der Fachkräftemangel nur behoben werden kann, wenn die Politik dies unterstützt. Zum einen durch höhere Investitionen in die Krankenhäuser, zum anderen durch eine Aufwertung der Gesundheitsberufe vonseiten der öffentlichen Arbeitgeber. Der DGB unterstützt die entsprechenden Aktionen der Gewerkschaft ver.di sowohl auf Kreis- wie auch auf Landesebene.

Im Anschluss an den Besichtigungstermin im Krankenhaus fand eine Sitzung mit dem DGB-Kreisverband Tuttlingen statt, an der auch die Vorsitzenden von Schwarzwald-Baar und Rottweil teilnahmen. Schwerpunkt in der nächsten Zeit werden Aktionen zur Rente und die Bundestagwahl sein. Der DGB fordert ein Rentenkonzept, bei dem das Rentenniveau bei etwa 50 Prozent stabilisiert wird, damit zukünftige Rentnerinnen und Rentnern sich zumindest auf diese Haltelinie verlassen können.


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