Deutscher Gewerkschaftsbund

29.03.2017

DGB Ortenau: IG Metall-Gewerkschafter aus der Ortenau fordern Kurswechsel in der Rentenpolitik

Delegierte

IG Metal

Auf der gestrigen Delegiertenversammlung der IG Metall Offenburg setzen rund 90 Menschen ein klares Zeichen für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. 100% der Anwesenden hoben die Hand und befürworten damit mit Nachdruck die Forderungen der DGB-Gewerkschaften: Rente muss reichen!

Der DGB fordert eine zukunftsgerichtete Rentenpolitik: Für den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften ist klar: Eine gute Alterssicherung braucht eine verlässliche und leistungsorientierte gesetzliche Rentenversicherung. Auch in Zeiten demographischer Veränderungen ist sie stabil und zukunftsfähig – wenn die Weichen heute richtig gestellt werden.

Analyse und Bewertung der aktuellen Rentenpolitik: Nach Berechnungen des BMAS sinkt – wenn die Politik nicht umsteuert – das Rentenniveau bis zum Jahr 2045 um weitere 13 Prozent; es liegt dann bei unter 42 Prozent. Der Beitragssatz steigt trotz des sinkenden Rentenniveaus auf 23,4 Prozent in 2045. Deutliche Einbußen im Alter und bei Erwerbsminderung sind die Folge für die Beschäftigten. Die private Vorsorge kann schon die heute gerissenen Löcher nicht stopfen, wie die Erfahrung der letzten 15 Jahre zeigt.

Gerade Beschäftigte mit niedrigem Lohn sind betroffen. Sie können sich private Vorsorge kaum leisten. Und das sinkende Rentenniveau bedeutet: sie müssen heute schon acht und mehr Jahre länger arbeiten, nur um eine Rente in Höhe der Fürsorge zu erreichen.

Der aktuelle rentenpolitische Kurs ist eine Abkehr von der paritätischen Finanzierung: Den Beitrag zur privaten Vorsorge tragen die Beschäftigten weitgehend alleine. Der notwendige Gesamtbeitrag fällt so für die Arbeitgeber geringer und für die Beschäftigten höher aus. Die Lasten von den Arbeitgebern auf die Beschäftigten zu verlagern, hat mit Generationengerechtigkeit nichts zu tun.

Kurswechsel für eine starke gesetzliche Rente: Eine gute Alterssicherung braucht eine verlässliche und leistungsorientierte gesetzliche Rentenversicherung. Auch in Zeiten demographischer Veränderungen ist sie stabil und zukunftsfähig – wenn die Weichen heute richtig gestellt werden.

Der Kurswechsel, für den DGB und Gewerkschaften eintreten, bedeutet, dass Schluss ist mit einem automatisch immer tiefer sinkenden Rentenniveau. Das Niveau der gesetzlichen Rente muss auf dem heutigen Stand von 48 Prozent stabilisiert und im weiteren Schritt angehoben werden, etwa auf 50 Prozent. Daran anknüpfend, kann die individuelle Versorgung durch Betriebsrenten zusätzlich verbessert werden; die Betriebsrente muss dazu tarifvertraglich vereinbart und vom Arbeitgeber zumindest mitfinanziert sein.

Eine starke gesetzliche Rente braucht auch einen starken Solidarausgleich. So müssen z.B. lange Zeiten mit Niedriglohn besser bewertet werden. Dazu ist auch die Rente wegen Erwerbsminderung zu verbessern, indem wir die Abschläge von regelmäßig knapp 11 Prozent abschaffen.

Heute die Zukunft von morgen denken: Ein stabiles und ausreichendes gesetzliches Rentenniveau ist gerade auch für heute junge Menschen von existenzieller Bedeutung für eine gute Absicherung im Alter. Denn nur mit einer verlässlichen gesetzlichen Rentenversicherung haben junge Menschen eine planbare Alterssicherung. Deswegen setzen wir uns für gute Arbeit und Ausbildung ein. Am Anfang einer guten Rente steht ein gut bezahlter und sicherer Arbeitsplatz mit langfristigen Perspektiven von Anfang an.

Die Lohndiskriminierung der Frauen muss endlich ein Ende haben. Auch muss die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert und ein Rechtsanspruch auf Rückkehr zur Vollzeit eingeführt werden.

Und je weniger Beschäftigte ganz oder teilweise aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden, in unfreiwillige Teilzeit, in (Langzeit-)Arbeitslosigkeit oder Renten wegen Erwerbsminderung, desto stärker sind ihre Rentenansprüche aber auch die gesamte Rentenversicherung.


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