Deutscher Gewerkschaftsbund

08.11.2016

DGB Ortenau: DGB in Achern möchte Arbeitnehmer verbinden und positioniert sich – Rente muss zum Leben reichen!

OV Achern

Teilnehmer des Arbeitnehmertreffs, ganz links der Ortsverbandsvorsitzende Tobias Schnurr Peter Meier

Auf reges Interesse stieß der erste offene Arbeitnehmertreff, zu dem der DGB-Ortsverband Achern am frühen Mittwochabend ins Gasthaus "Ratskeller" eingeladen hatte. Ziel der Veranstaltung war es, im Hinblick auf die Arbeitsplatzsituationen der beschäftigten Arbeitnehmer rund um Achern diesen einen angemessenen Rahmen zum Austausch und gegenseitigem Kennenlernen anzubieten. Die Gelegenheit, Probleme und Anregungen rund um die Arbeits- und Berufswelt zur Sprache zu bringen, wurde intensiv genutzt. "Wir wollen auch in Achern Sprachrohr für die Anliegen der Arbeitnehmer sein", betonte Tobias Schnurr als Vorsitzender des DGB-Ortsverbandes. Ziel sei es, dann auch politisch und gesellschaftlich aktiv zu sein, um im Interesse der Arbeitnehmer etwas zu bewegen.

An dem Arbeitnehmertreff nahm auch Jan Wieczorek teil, Gewerkschaftssekretär von der DGB-Geschäftsstelle Freiburg. Ein Thema, das vielen auf den Nägeln brannte, war der Trend zum "mobilen Arbeiten". Neben positiven Aspekten wie die Möglichkeiten zur Selbstorganisation oder auch im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind mit mobiler Arbeit auch neue Anforderungen an die zeitliche und räumliche Flexibilität verbunden, was erhöhte Verfügbarkeit, kurzfristige Reisen oder auch Arbeit ohne Ende bedeuten und damit neue Gefährdungen und Belastungen mit sich bringen kann. Die Leistungsanforderungen an die Arbeitnehmer steigen, die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen, Freizeitaktivitäten bleiben auf der Strecke  und die Möglichkeiten zur Regeneration werden immer geringer.

Auch das Thema "Industrie 4.0" kam zur Sprache, mit der Arbeitsplätze für ungelernte Arbeitskräfte immer mehr verschwinden. Hinzu komme die zunehmende Überwachung der Arbeitnehmer durch den Einsatz von GPS in Fahrzeugen- von Großfahrzeugen im Baugewerbe bis zum Rettungsdienst. In zahlreichen Branchen habe zudem die Dokumentationspflicht sehr stark zugenommen - letztlich eine Arbeitsverdichtung, ohne dass dem Arbeitnehmer mehr Zeit zur Verfügung steht. Gerade in Berufen, wo es um die Betreuung, Pflege oder Behandlung von Menschen geht, verringert sich dadurch der Zeitrahmen, der für die eigentlichen Aufgaben und konkrete Zuwendung genutzt werden kann.

Während die Einführung des Mindestlohns als wichtiger Schritt begrüßt wurde, sei im Hinblick auf die Rente und zur Verhinderung einer weiteren Zunahme der Altersarmut noch einiges zu tun, auch hier waren sich die Teilnehmer des Treffs einig. "Die Rente muss für ein gutes Leben reichen", unter diesem Motto steht eine bundesweite Rentenkampagne, mit der ein Kurswechsel in der Rentenpolitik erreicht werden soll. Gewekschäftssekretär Jan Wieczorek stellte das Konzept vor, das dieser Aktion zugrunde liegt, mit dem noch vor der Bundestagswahl verbindliche Aussagen aller Parteien zum notwendigen Kurswechsel eingeholt werden sollen. „Der Sinkflug des Rentenniveaus in den vergangenen zehn Jahren gefährdet den sozialen Zusammenhalt – auch bei uns in der Region“, warnte Wieczorek und verwies auf die zunehmenden Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bekommen. Deren Zahl liegt im Ortenaukreis bei 3.646 Betroffenen, davon mehr Frauen als Männer. Vor diesem Hintergrund sei es unabdingbar, das gesetzliche Rentenniveau zu stabilisieren und das Rentenniveau langfristig wieder deutlich erhöhen.

Zum Abschluss des ersten Arbeitnehmertreffs waren sich die Teilnehmer einig, dass diese Art von Veranstaltung auch in Zukunft zwei- bis dreimal jährlich fortgesetzt werden soll.

Fotoquelle und Berichtquelle: Peter Meier.


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