Deutscher Gewerkschaftsbund

22.03.2017

DGB Freiburg: Film-/Diskussionsabend zum Frauentag 2017

Freiburg

Steinebrunner DGB

Zusammen mit der Beratungsstelle Frauenhorizonte – gegen sexuelle Gewalt e. V. Freiburg zeigte der DGB-Stadtverband im Gewerkschaftshaus den Film „Mit geradem Rücken“,  der sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz thematisiert. Im Anschluss diskutierten

 - Gabriele Kratz, Prozessbegleiterin; Frauenhorizonte
 - Petra Mergenthaler, stellv. Personalratsvorsitzende; UniKlinikum
 - Katja Ravat, Strafrechtlerin; Kanzlei Dechant + Ravat

über Möglichkeiten, wie entschieden dagegen vorgegangen werden kann. Die Handlung des Films geht bei den rechtlichen Aspekten (hier: aktuelle Gesetzgebung) etwas an der Wirklichkeit vorbei; realitätsnah vermittelt er aber, wie traumatisierend sich sexuelle Belästigung auf Frauen auswirkt. Insbesondere unter dem Aspekt von deren Abhängigkeitsverhältnissen im Berufsalltag (männliche Führungskraft belästigt oder ist gar gewalttätig gegenüber  Mitarbeiterinnen). „Nach den Ereignissen der Kölner Silvesternacht (2015/16) ist sexuelle Belästigung jetzt strafrechtlich relevant; was zwar schon lange vorher gefordert, aber erst jetzt umgesetzt wurde. Dazu gehören unerwünschtes Berühren, anzügliche und beleidigende Bemerkungen, obszöne und ehrverletzende Aufforderungen, Fotos und Zeichnungen mit sexuellem Inhalt, Aufforderungen zu sexuellen Gefälligkeiten und nicht zuletzt die tätliche Bedrohung“, so Katja Ravat.

Im Uniklinikum wurde 2009 ein Handlungskonzept gegen sexuelle Belästigung und Stalking erarbeitet, das für alle bindend und verpflichtend ist. Petra Mergenthaler: „ Wir wollen das Thema offensiv angehen und aus der Tabuzone herausholen“.

Gabriele Kratz empfiehlt: „Sinnvoll erscheint, dass die Betroffene sich zunächst an eine Person ihres Vertrauens wendet. An – sofern vorhanden – die Mitarbeitervertretung. Unbekannt ist oft, dass der Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet ist, seine Mitarbeiten vor sexueller Belästigung zu schützen“. Dies und die Tatsache, dass nahezu jede zweite Frau in Deutschland von sexueller Belästigung bzw. Gewalt schon betroffen war oder ist, wird weder in der Arbeitswelt noch in der Gesellschaft wahrgenommen.  


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