Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 73 - 13.07.2016

Pressemitteilung zur Integration von Geflüchteten in Ausbildung

Pressemitteilung zur Integration von Geflüchteten in Ausbildung

Noch 48,2 Prozent Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz
Übergangsmanagement und Jugendberufsagentur in der Region Breisgau- Hochschwarzwald einrichten.

61,7 Prozent der Geflüchteten ohne Sprachunterricht in beruflichen Schulen.

„Die Einrichtung eines regionalen Übergangsmanagements und einer Jugendberufsagentur in der Region Breisgau-Hochschwarzwald tut jetzt Not“, sagte der DGB Kreisverbandsvorsitzende Ulrich Rodewald. Nur so könne es gelingen, alle jungen Menschen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald schnell und erfolgreich in Ausbildung zu bringen. Die Vielzahl der Angebote, Projekte und Initiativen zur Verbesserung des Übergangs zwischen Schule und Beruf könne über ein regionales Übergangsmanagement besser koordiniert werden. Darüber hinaus könne die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit von Kommune und Agentur durch die Einrichtung einer Jugendberufsagentur deutlich verbessert werden.

Derzeit sind nach Zahlen der Agentur für Arbeit Freiburg noch 61,7 Prozent auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

„Die regionale Wirtschaft muss mehr Anstrengungen unternehmen alle Ausbildungskapazitäten auszuschöpfen“, so Ulrich Rodewald. Neben der Versorgung der bereits hier lebenden Jugendlichen ist die Integration junger Geflüchteter in Ausbildung eine große Herausforderung. Diese ist nur mit vereinten Kräften zu schultern“, sagte der Kreisverbandsvorsitzende weiter.

Daher sollten auch die Ausländerbehörden und Migrationsfachdienste in das regionale Übergangsmanagement und die zu gründende Jugendberufsagentur einbezogen werden. Dies sei im Übrigen im landesweiten Bündnis für Ausbildung vereinbart „Sinnvoll wäre auch eine Koordinierung mit den Angeboten des BAMF (Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge)“, betonte Ulrich Rodewald.

Spätestens 2017 sei durch die große Zahl von jungen Geflüchteten mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt zu rechnen. Voraussetzung dafür sei jedoch ein erfolgreicher Spracherwerb. Ulrich Rodewald: „Derzeit können die beruflichen Schulen die Versorgung im Vorqualifzierungsjahr Arbeit/ Beruf ohne Deutschkenntnisse (VABO) nicht garantieren. Von den schulpflichtigen Schülerinnen und Schülern zwischen 16 und 18 Jahren sind 48,2 Prozent unversorgt. Zählt man die Jugendlichen bis 21 Jahren dazu, steigt der Anteil der nicht versorgten Jugendlichen auf 61,7 Prozent.“

Im Landesdurchschnitt betrage der Anteil der unversorgten schulpflichtigen Jugendlichen 24,9 Prozent, bei den Jugendlichen bis zum 21. Lebensjahr 39,5 Prozent.

Der DGB fordert das Land auf, neben zusätzlichen Lehrkräften auch Sozialpädagogen und Traumatologen einzustellen, um die erfolgreiche Integration junger Menschen in Ausbildung und Arbeit zu sichern und ihnen bei der Bewältigung der Fluchterfahrung zu helfen. Die Gewerkschaften sind überzeugt, dass die gesellschaftliche Integration nur mit einem schnellen Spracherwerb und den Zugang zu Bildung gelingen kann.

Hintergrundinformation:

Jugendberufsagentur:

In allen Stadt- und Landkreisen wurden seit 2015 Arbeitsbündnisses Jugend und Beruf von Kommunen und Agenturen für Arbeit eingerichtet, die nach Auffassung des DGB zu Jugendberufsagenturen weiterentwickelt werden sollten. D.h. gemeinsame Einrichtung von Kommune, Schulen, Agentur für Arbeit und Jobcenter, um allen Jugendlichen ein rechtskreisübergreifendes Beratungsangebot (SGB II, III, VIII) aus einer Hand anbieten zu können. Bislang gibt es in Baden-Württemberg nur eine entsprechende Einrichtung im Stadtkreis Freiburg.

Vorbereitungsjahr Arbeit und Beruf (VABO) und Vorbereitungsklassen (VKL)

Geflüchtete Kinder und Jugendliche unter 16 Jahre werden in Vorbereitungsklassen an allgemein bildenden Schulen (VKL) unterrichtet, bevor sie in Regelklassen übergehen.

Schülerinnen und Schüler ab dem 16. Lebensjahr werden pauschal in Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf an beruflichen Schulen (VABO) unterrichtet. Schwerpunkt ist auch hier der Erwerb der deutschen Sprache.

Die regionalen Zahlen in den übrigen Landkreisen in Südbaden erhalten Sie auf Nachfrage in den DGB-Geschäftsstellen Freiburg und Tuttlingen.


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