Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 71 - 02.11.2015

Pressemitteilung des DGB-Stadtverbandes Freiburg zum Bildungsplan 2016

DGB-Stadtverband Freiburg

Pressemitteilung zum Bildungsplan 2016

DGB-Stadtverband Freibug ist gegen ein eindimensionales Schulfach „Wirtschaft“. Er kritisiert das im Bildungsplan 2016 neu eingeführte Schulfach Wirtschaft- Berufs- und Studienorientierung als eindimensional und plädiert dafür, das Thema Wirtschaft in einem breiteren Zusammenhang zu behandeln.

Trotz vieler guter Ansätze, wie zum Beispiel dem Benennen von Interessenskonflikten und der Thematisierung von Lebensrisiken, etwa Prekarisierung und Arbeitslosigkeit, genügt die vorliegende Fassung des Bildungsplans 2016 den gewerkschaftlichen Anforderungen nicht.

Um das begrüßenswerte, fächerübergreifende Ziel der Berufs-und Studienorientierung umzusetzen, ist das neue Fach „Wirtschaft- Berufs- und Studienorientierung“ nicht erforderlich. Das zusätzliche Fach ist entkoppelt von Politik, sozialen Gesichtspunkten, Ethik, Geschichte und Ökologie und verstärkt damit den Trend, alle Lebensentscheidungen hauptsächlich unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit zu treffen. Es kann auch nur auf Kosten anderer Fächer unterrichtet werden. Der DGB-Stadtverband Freiburg sieht damit den "Beutelsbacher Konsens", einen pädagogischen Grundsatz, der ein Indoktrinationsverbot, ein Kontroversitätsgebot und die Schülerorientierung festlegt, grundsätzlich als gefährdet an.

Statt der gewünschten engen Bindung an Unternehmen und dem ungeprüften Einbringen von deren Unterrichtsinhalten und -material fordert der DGB-Stadtverband Freiburg ein integriertes Fach, in dem wirtschaftliche Zusammenhänge mehrperspektivisch in Verbindung mit Ökologie, sozialen Aspekten sowie Menschenwürde behandelt werden und das durch die Möglichkeit der Abwägung konkurrierender Ziele zu Mündigkeit und demokratischer Gesinnung beiträgt.


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