Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 75 - 25.01.2017

DGB-Neujahrsempfang gut besucht – Hartmann spricht zum Thema Arm und Reich

Neujahrsempfang

Wieczorek DGB

Beim DGB-Neujahrsempfang im Alevitischen Gemeindezentrum zeigten Gewerkschafter aus der Region am Montagabend eindrucksvoll Flagge. Hauptredner des Abends war der Soziologe Michael Hartmann. Rund 85 Menschen waren dem Aufruf von Klaus Melder (DGB Ortenau) gefolgt und begegneten sich bei lockerer Atmosphäre.

Die DGB-Rentenkampagne unter dem Motto „RENTE MUSS FÜR EIN GUTES LEBEN REICHEN“ stand zunächst im Vordergrund. Der Abend war zugleich der Startschuss der Kampagne vor Ort in der Ortenau. In der Rentenpolitik muss sich jede Menge ändern. „Wir fordern einen Kurswechsel mit dem Ziel, die Alterssicherung in Deutschland zu stärken und sozialen Abstieg und Armut im Alter zu verhindern“, so Jan Wieczorek (DGB). Viele Menschen sagen: „Ich gehe davon aus, dass meine Rente nicht ausreichen wird und ich auf jeden Fall weiter arbeiten werde.“ Der Sinkflug der Rente war eine politische Entscheidung und ist politisch gewollt. Deswegen ist es auch die Politik, die den Sinkflug stoppen kann und muss. Wir fordern mit unserer Kampagne einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Daran werden sich alle Parteien vor und nach der Bundestagswahl 2017 messen lassen müssen. Für den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften ist das Ziel dieses Kurswechsels klar: Statt den Sinkflug bei der Rente fortzusetzen, müssen wir das gesetzliche Rentenniveau stabilisieren und das Rentenniveau langfristig wieder deutlich erhöhen, so Wieczorek.

Michael Hartmann sprach im Zentrum des Abends zum Thema „Arm und Reich in Deutschland“. Michael Hartmann ist Elitenforscher, er hat jahrelang als Professor für Soziologie an der TU Darmstadt unterrichtet. Die Kluft zwischen Arm und Reich hat sich im letzten Jahrzehnt in Deutschland so schnell vertieft wie in kaum einem anderen Industrieland. Inzwischen besitzt das oberste Promille der Bevölkerung fast ein Viertel des gesamten Vermögens. Die untere Hälfte dagegen hat so gut wie nichts. Auf der einen Seite verdienen Topmanager Millionen, auf der anderen haben wir einen Billiglohnsektor mit Stundenlöhnen von maximal sieben Euro. Dort arbeitet inzwischen jeder neunte Beschäftigte. Diese Entwicklung schlägt sich auch in den Wohnbedingungen und in der Gesundheit nieder. Arme sind häufiger krank und sterben durchschnittlich zehn Jahre früher. Maßgeblich verantwortlich sind, so Michael Hartmann, politische Beschlüsse zur Besteuerung von hohen Vermögen und Einkommen sowie die Hartz-Gesetze. (Quelle: swr: www.tele-akademie.de)

Pressebericht:

Badischen Zeitung:

http://www.badische-zeitung.de/ortenaukreis/dgb-fordert-politischen-kurswechsel--132915545.html

Offenburger Tageblatt

http://www.bo.de/suche?searchstring=dgb&=Suchen

Mittelbadische Presse:


Nach oben